Das Nizänische Glaubensbekenntnis.

Erklärung:
Das Glaubensbekenntnis, das wir heute das "Nizänische" nennen, verbindet fast alle Kirchen auf der ganzen Welt – einschließlich der Kirchen des Ostens ("Orthodoxe Kirchen").
Es entstand im Zusammenhang mit den sogenannten "Trinitarischen Streitigkeiten" des 4. Jahrhunderts, als jahrzehntelang immer wieder leidenschaftlich um die Bedeutung Jesu Christi und das Verhältnis der drei Personen der Dreieinigkeit (Vater, Sohn und Heiliger Geist) gerungen wurde.

Einen vorläufigen Abschluß fand der Streit auf dem Konzil von Nizäa-Konstantinopel im Jahre 381 mit der Verabschiedung des obenstehenden Bekenntnisses. Es ging als "Nizäno-Konstantinopolitanum" oder, etwas vereinfacht, "Nizänum" in die Kirchengeschichte ein und wurde zu einem der wichtigsten Glaubensbekenntnisse der Alten Kirche.
Im Text heißt es: »Wir glauben an den Heiligen Geist... und die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche«. »Katholisch« stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt "über die ganze Erde". Hier ist es im Sinn weltumspannender Gemeinschaft aller Getauften gemeint und eben nicht im Sinne einer bestimmten Konfession. Die meisten evangelischen Kirchen ersetzen es daher durch »eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche«.
Im Abschnitt über den Heiligen Geist heißt es in der Tradition der abendländischen Kirche: »Wir glauben an den Heiligen Geist... der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht«. Daß der Heilige Geist auch aus dem Sohn (lateinisch: filioque; deutsch: »und dem Sohn«) hervorgeht, wurde in der Westkirche dem Bekenntnis erst im Mittelalter hinzugefügt. Als Ausdruck des gemeinsamen Glaubens aller Christen aus der Ost- und Westkirche kann das Bekenntnis in der Urform ohne »filioque« verwendet werden, wie es in den orthodoxen Kirchen des Ostens (z.B. Griechenland oder Rußland) bis heute geschieht.

Text:

Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat, Himmel und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt.
Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott, von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater; durch ihn ist alles geschaffen. Für uns Menschen und zu unserm Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden. Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, hat gelitten und ist begraben worden, ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift und aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wieder kommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten; seiner Herrschaft wird kein Ende sein.
Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten, und die eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche. Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden. Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt.

Amen.

Römische Münze mit dem Bild Kaiser Konstantins, am Kopfschmuck das Christuszeichen. Konstantin (306-337) beendete die Christenverfolgung und unternahm mit dem Konzil von Nizäa von 325 einen ersten Versuch zur Beilegung der christologischen und trinitarischen Streitigkeiten.

Das Apostolische Glaubensbekenntnis

Das Augsburger Bekenntnis von 1530

Barmer Erklärung von 1933

Bei Gott zu Gast –
Unser Gottesdienst

Fest der Versöhnung –
Das Heilige Abendmahl

Gottes Liebeserklärung –
Die Heilige Taufe

Reinen Tisch machen und neu beginnen dürfen: die Beichte

„ABC des Glaubens“ – Martin Luther´s Kleiner Katechismus

Lebens-Rhythmus des Glaubens – Das Kirchenjahr


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Update am 17.2
.2012